Oberschule oder IGS?
Seit Watenbüttel und Völkenrode nicht mehr zum schulischen Einzugsbereich von Wendeburg gehören, wird immer wieder die Frage aktuell, ob der Schulstandort Wendeburg auf Dauer sicher sei. Die Entscheidungsmächtigen des Kreistages haben bislang signalisiert, dass sie an eine Korrektur (an einem neuen Zuschnitt) der Schuleinzugsbereiche gegenwärtig nicht denken. Als die Initiatoren für eine Integrierte Gesamtschule (IGS) in der Öffentlichkeit warben, wurde schnell deutlich, dass Wendeburg kaum Chancen haben würde:
• Das Kultusministerium würde nur zustimmen, wenn eine Fünfzügigkeit gewährleistet werden könne. Diese Bedingung konnte Wendeburg aufgrund des „amputierten“ Einzugsbereichs nicht erfüllen.
• Es gibt im Landkreis Begehrlichkeiten anderer Schulzentren für eine IGS. Die politisch Verantwortlichen ließen nicht erkennen, dass sie die Einrichtung einer IGS in Wendeburg favorisieren würden.
Auf dem Hintergrund der skizzierten Sachlage ist es verständlich, dass Schulleitung und Kollegium der Aueschule, obwohl ursprünglich Befürworter einer IGS, sich nun für das CDU-Konzept der Oberschule aussprechen. Schließlich ist ihr „das Hemd näher als der Rock“.
Die SPD hat in den vergangenen Jahrzehnten stets die Einrichtung der Gesamtschulen unterstützt, weil sie für die Entwicklung integrierter Schulsysteme steht.
Sie sind durchlässiger, d. h. sie ermöglichen den Schülerinnen/Schülern mehr Wahlmöglichkeiten zu verschiedenen Entwicklungsphasen ihrer Schulzeit. Die PISA-Studien haben bewiesen, dass Länder, die integrierte Schulsysteme fördern, ihre Schülerinnen/Schüler zu besseren Lernergebnissen befähigen und sie zu qualifizierteren Schulabschlüssen führen (Beispiel Skandinavien). Unser dreigliedriges Schulsystem schneidet im internationalen Vergleich nur mittelmäßig ab. In Deutschland geben große Teile der Bevölkerung den Gymnasien aber noch den Vorzug. Die Kritik an dieser Schulform betrifft nicht ihr Leistungsniveau; sie richtet sich gegen die mangelnde Durchlässigkeit und dem Image, mehr auf Prinzipen der Auslese als auf Förderung zu achten. Die Integrierten Gesamtschulen nehmen zwar zu, haben aber vergleichsweise noch nicht die Akzeptanz in unserer Gesellschaft. -
Nun hat die CDU in Niedersachsen ihr schulpolitisches Konzept eingeführt: die Oberschule. Sie geht in die Richtung eines integrierten Schulsystems, weil sie den Zusammenschluss von Haupt- und Realschulen anstrebt. Aus Sicht der SPD hätte eine vierzügige Integrierte Gesamtschule in der Aueschule diese Ansprüche auch erfüllt. Die von CDU/FDP geführte Landesregierung behindert mit ihrem Beharren auf Fünfzügigkeit die Weiterentwicklung des Gesamtschulsystems. Diese Schulform hat sich trotz der Widerstände der CDU in Niedersachsen durchgesetzt und wird verstärkt nachgefragt. Sie bildet für viele Eltern und Kinder eine Alternative zu den Gymnasien. Im Übrigen sind Kooperationen zwischen Haupt- und Realschulen in Niedersachsen bereits jetzt schon möglich und werden auch praktiziert.
Die SPD wird die Einrichtung von Oberschulen nicht behindern. Darunter würden nur Eltern Kinder zu leiden haben. Sie wird allerdings mit politischen Mitteln sowohl im Gemeinderat (Schulausschuss) als auch im Kreistag alle Möglichkeiten ausschöpfen,
• um die Lern- und Leistungsfähigkeit a l l e r Schülerinnen/Schüler zu verbessern und damit die
• Voraussetzungen für den Erwerb besserer Schulabschlüsse zu schaffen.
Die SPD wird sich für eine Weiterentwicklung und Sicherung der Grundschulen in unserer Gemeinde und für den Schulstandort der Aueschule einsetzen. Aus diesem Grunde und auf dem Hintergrund der skizzierten bildungspolitischen Grundauffassung wird sie die geplante
„zweite Wahl Oberschule“ in Wendeburg unterstützen.












