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Ausstellung „Was heißt hier Frieden?!“

Curdt
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Wendeburg
Der Ortsbürgermeister informiert: Ausstellung „Was heißt hier Frieden?!“

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. wird vom 20. November bis zum 04. Dezember 2009 in den Räumen unserer Gemeinde eine Ausstellung zum Thema „Was heißt hier Frieden?!“ zeigen. Diese Dokumentation aus Texten und Bildern soll Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde anregen, sich mit den Themen Gewalt, Krieg, Gedenken und Versöhnung auseinanderzusetzen.

 

Von Politikern und anderen Verantwortlichen des öffentlichen Lebens wird immer wieder das mangelnde Geschichtsbewusstsein in unserer Gesellschaft beklagt. So hat der niedersächsische Ministerpräsident Wulff neulich in einer Rede die „Geschichtsvergessenheit“ der Deutschen kritisiert und dafür großen Beifall bekommen (vgl. Peiner Allgemeine Zeitung vom 15.10.09). Die Kritik ist berechtigt. Es gibt aber auch positive Beispiele. In einer Serien-Berichterstattung der Braunschweiger Zeitung („Die Nacht in der die Bomben fielen“) wird berichtet, dass Menschen, die die Zeit nicht erlebt haben, von den Kriegsereignissen in Braunschweig heute noch betroffen sind: „Die Texte der Zeitzeugen, die die Bombardierung Braunschweigs am 14./15. Oktober 1944 größtenteils im Kindesalter erlebten, hat mich sehr berührt und nachdenklich gemacht. Wie wichtig ist es doch, sich gemeinsam zu erinnern an das Leid aller …“ (Schauspielerin Marion Bordat, BZ am 15.10.09).

Den Kritikern an dem geschichtslosen Umgang mit Problemen und Ereignissen der Gegenwart geht es um Fragen wie diese: Was können und was müssen wir tun, damit sich Vorgänge wie die von 1933 - 45 nicht wiederholen? Wie können jene Generationen, die – Gott sei Dank – keine Kriegszeiten erlebt haben, motiviert werden, sich kritisch mit solchen geschichtlichen Ereignissen auseinanderzusetzen? Welche Verpflichtung müssen die sog. „Erlebnisgenerationen“ übernehmen, also jene, die den Krieg oder seine Auswirkungen noch miterlebt haben?

Zunächst tragen die Schulen eine Hauptverantwortung. Insbesondere Lehrkräfte der Fächer Geschichte, Politik/Gesellschaftslehre, Werte und Normen und Religion sind gefordert, die Schülerinnen/Schüler zu sensibilisieren. Die Auseinandersetzung mit geschichtlichen Fragen, die besondere Bezüge zur Gegenwart haben, fällt den Altersgruppen der Nachkriegsgenerationen schon deshalb schwerer, weil ihnen die direkte Anschauung fehlt. Das eigene Erlebnis, die selbstgemachte Erfahrung kann bei geschichtlichen Stoffen nicht vermittelt werden. Deshalb haben es auch Lehrkräfte in diesen Fächern schwerer, als das bei konkreteren Lerninhalten der Fall ist (z. B. Erklärung eines Vorganges in Biologie). Schulen brauchen aber auch die Unterstützung der Gesellschaft. Gefragt sind beispielsweise Vereine, Kameradschaften und sonstige Traditionsgemeinschaften. Was tun sie, um den nachfolgenden Generationen in ihren Reihen die Traditionen zu vermitteln, auf die sie bei Jubiläumsveranstaltungen zu Recht so stolz sind?

Es sind Fragen, die deutlich machen sollen, dass die Ursachen für die gegenwärtigen Erscheinungsformen geschichtslosen Denkens und Handelns nicht nur einzelnen Bildungsträgern anzulasten sind. Das mangelnde Interesse an den Fragen der Vergangenheit ist auch ein Ausdruck des geschichtlichen Empfindens der Gesellschaft. Wenn ein Mensch sich nicht mehr an frühere Zeiten seines Lebens erinnern kann, dann sagt man: „Er hat sein Gedächtnis verloren“. Und wie steht es mit der geschichtlichen Erinnerung eines Volkes (der kollektiven Erinnerung), wenn Generationen den geschichtlichen Hintergrund und damit die Bedeutung von Gedenktagen gar nicht mehr kennen und deshalb auch nicht verstehen und wertschätzen können? -

Die Ausstellung „Was heißt hier Frieden?!“ will komplexe Themen wie Toleranz, Vorurteile, Gewalt und Gedenkkultur verständlich erklären. Sie leistet damit auch einen Beitrag zum Geschichtsbewusstsein. Auf 48 Tafeln zeigen Bilder und erklärende Texte, was unter „Erinnerungskultur“ und „Gedenkkultur“ zu verstehen ist.

Die Ausstellung wird am Donnerstag, 19. November, 18.30 Uhr, in den Räumen der Gemeinde eröffnet. Sie konnte aus terminlichen Gründen leider erst in die Zeit nach dem Volkstrauertag (15. November) gelegt werden. Alle Initiatoren würden sich über einen regen Besuch freuen.

Erwin Curdt


Kultur

 

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