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Talk in der Linde am 21.04.2009

Klonz


Talk in der „Linde“ am 21. April 2009

Zusammenfassung des Vortrags von Heike Wiegel, SPD-Kreistagsabgeordnete/ Wolfenbüttel, Dipl.-Ing. Udo Dettmann, Asse II – Koordinationskreis und Michael Fürer, SPD-Ortsverein Dettum vor einem kleinen Kreis interessierter Bürger und Genossinnen und Genossen.

Von 1967 bis 1978 wurden in das ehemalige Salzbergwerk ASSE II in Remlingen im Landkreis Wolfenbüttel 125.000 Fässer mit
schwachradioaktivem und 1.300 Fässer mit mittelradioaktivem Müll aus Atomkraftwerken und der Kernforschungsanlage Karlsruhe 4
Eingelagert. Die Einlagerung wurde nach Bergrecht genehmigt und als „versuchsweise nicht rückholbare Endlagerung“ deklariert.
Die Lagerung wurde stets als „absolut sicher“ bezeichnet, obwohl die benachbarten Bergwerke schon vor Jahrzehnten abgesoffen sind.
Seit 1988 registriert der Betreiber einen permanenten Laugenzufluss aus dem Neben- und Deckgebirge, dessen Herkunft bis heute ungeklärt ist. Der Betreiber kann deshalb die Standsicherheit nur noch bis zum Jahr 2014 garantieren. Stürzen einzelne Kammern oder das gesamte Bergwerk ein, kann das radioaktive Inventar der Fässer (u.a. 12,5 kg Plutonium) nicht mehr zurückgeholt werden. Das Nieder-sächsische Umweltministerium will ASSE II möglichst schnell schließen.
Das Schließungskonzept des Betreibers sieht vor, Asse II mit Abraumsalz meist aus dem Bereich Ronnenberg zu verfüllen und den verbleibenden Porenraum mit einer Flüssigkeit aufzufüllen. Diese Flüssigkeit wird aber binnen 10 bis 100 Jahre die Atommüllbehälter vollständig zersetzten, da dass Radionuklide in Lösung gehen Die dadurch radioaktiv gewordenen Flüssigkeit kann durch den Gebirgsdruck aus dem derzeitigen Grubengebäude ausgepresst werden und in wasserführende Schichten gelangen, die sich von Magdeburg bis Hildesheim, vom Harzrand bis nach Lüneburg ziehen. Auch existieren in der Region Asse viele Salzwasserquellen, die das kontaminierte Salzwasser an die Oberfläche und somit in die Biosphäre transportieren können.
Die Frage, die man nicht beantworten kann, ist: „Wie schnell und wie viel radioaktives Material wird über diesen Weg in die Biosphäre gelangen“?
Was gibt es für Alternativen? Neben dem „nassen“ Schließungskonzept des Bundes besteht die Möglichkeit der „festen“ Verfüllung mit Beton, wie sie im anderen deutschen existierenden Atommüllendlager in Morsleben angewendet wird. Oder die Verwendung eines Füllmittels, das die Gebinde nicht zersetzt oder für die Immobilität der Radionuklide sorgt wie ein Gel. Auch besteht die Möglichkeit, den Atommüll oder Teile des Mülls wieder aus der Schachtanlage zurück zu holen, um sie verantwortungsvoll end zu lagern, eventuell im Schacht Konrad oder oberirdisch. Es fehlt auf jeden Fall die wissenschaftliche Ausarbeitung weiterer Alternativen zum geplanten Konzept mit einer Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile sowie eine Bewertung der verschiedenen Risiken – der Optionsvergleich. Dieses, mit Hilfe einer Wertanalyse auf dem transparenten Weg gefundene Ergebnis wird kein „goldener Weg“, sondern nur um das „kleinste Übel“ sein. Das Versuchsendlager wird nun seit 40 Jahren betrieben der Optionsvergleich soll aber unter Druck im nächsten halben Jahr erfolgen???
M. Klonz

 


 
 

 
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