StartSPD AG 60 plusErlebnis- und Bildungsreise der AG 60 plus 2009

Erlebnis- und Bildungsreise der AG 60 plus 2009

Brathering

Friedrich Wilhelm Bratherig

Erlebnis- und Bildungsreise der AG 60 plus
Zu zwei Gründungsstätten der Partei, Erfurt und Weimar, führte eine Reise der AG 60 plus, UB Peine.
Mit dem „Kaisersaal“ in Erfurt ist die Versammlungsstätte erhalten, wo die SPD 1881 ihren endgültigen Namen erhielt (Erfurter Programm).
In Weimar folgte im August 1919 die Nationalversammlung, um die Reichsverfassung zu verabschieden. Als „Weimarer Republik“ gilt die Zeit zwischen der Novemberrevolution 1918 und der Machtübernahme durch Hitler 1933.
In Erfurt wurde mit zwei Stadtführern z.T zu Fuß und z.T. mit dem Stadtbus
die malerische Innenstadt erkundet, u.a. mit dem Mariendom und der Severikirche, dem Fischmarkt mit Rathaus, der Krämerbrücke und dem Petersberg.
Bei einem Rundgang in Weimar wurden u.a. der Marktplatz mit seinem Rathaus besichtigt, weiterhin das Lucas-Cranach-Haus, das Residenzschloss, die
Anna-Amalia-Bibliothek, das Hotel Elephant, der Ilmpark mit Goethes Gartenhaus und die Schillerstraße mit Schillerhaus. Die Führung endete vor dem Deutschen Nationaltheater mit dem Goethe-Schiller-Denkmal.
Auch zwei politisch geschichtliche Gedenkstätten wurden besucht, nämlich
das ehem. KZ Buchenwald und die Gedenkstätte Deutsche Teilung in Marienborn.
Auf dem Ettersberg bei Weimar bestand von 1937-1945 das Konzentrationslager Buchenwald, in dem über 250 000 Menschen aus fast 50 Nationen inhaftiert
waren.
50 000 Menschen überlebten das Lager nicht. Nach einem Film über die Geschichte des Lagers konnten besichtigt werden. Das Gelände des ehem. Konzentrationslagers, Torgebäude mit Arrestzellenbau, Wachtürme, Krematorium, Kammergebäude mit Desinfektion, der Bahnhof und der SS-Bereich. Von
der Führerin des Besuchsdienstes wurde eindrucksvoll über das Schicksal der gefangenen, gequälten und ermordeten Menschen berichtet. Es ist unfassbar, was Menschen anderen Menschen antun konnten. Die Stimmung im Bus war hinterher sehr bedrückt.
Die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn findet zunehmendes Interesse. Der Kontrollpunkt an der inner- deutschen Grenze war bis zur Wende der größte Ost-West-Grenzübergang
Europas. Etwa 1000 Menschen verrichteten auf der 35 Hektar großen Anlage als Angehörige der Staatssicherheit, des Zolls, der Passkontrolle oder als Zivilangestellte ihren Dienst. Die gesamte Anlage ist wie ein Maulwurfsbau mit etwa 4 Kilometer unterirdischen Gängen durchlöchert. Hier, wo jahrzehntelang Personen und Fahrzeuge auf oft unmenschliche Weise kontrolliert wurden, ist die damalige Grenzanlage zu einer Gedenkstätte ausgebaut worden.
Der Führer des Besuchsdienstes konnte die Geschehnisse äußerst plastisch schildern, denn als ehemaliger Fluchthelfer verfügte er über eine reichhaltige persönliche Erfahrung.
Fried. Wilh. Bratherig

 



 
 

 
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